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Die Iran-Krise: Kommt jetzt die Rezession?

The Spotlight

7 Minuten Lesezeit

7. Mai 2026

Der Iran-Konflikt hält schon seit 60 Tagen an, die Friedensgespräche stocken und die Ölpreise explodieren. Viele Anleger Fragen sich nun: Kommt die nächste Rezession?

In diesem Grundlagen-Artikel untersuchen wir, was eine Rezession eigentlich ist, welche Ursachen sie hat und wie groß das Risiko einer solchen Entwicklung in den kommenden Monaten ist. Zudem beleuchten wir Investitionen in Sachwerte wie Gold, um Ihr Portfolio zu diversifizieren um gut durch die Krise zu kommen.

Was ist eine Rezession?

Es gibt zahlreiche Theorien darüber, wann und wie wirtschaftliche Rezessionen entstehen. Die geläufigste Definition einer Rezession ist jedoch zwei aufeinanderfolgende Quartale mit negativem Wirtschaftswachstum, gemessen am Bruttoinlandsprodukt (BIP) eines Landes.

Betrachten Sie dazu die folgende Grafik:

Ein Konjunkturzyklus, der sich auf das regelmäßige zyklische Muster von Wirtschaftsaufschwung (Expansion) und -abschwung (Rezession) bezieht.
Eine Rezession ist der Zeitraum zwischen einem Höhepunkt der Wirtschaftstätigkeit und dem darauffolgenden Tiefpunkt.

Wie Sie sehen können, ist die Rezession der Wendepunkt eines Konjunkturzyklus, an dem das Wirtschaftswachstum seinen Gipfel erreicht und sich dann umkehrt, was zu einer wirtschaftlichen Kontraktion führt.

In der Realität zeichnet sich eine anhaltende Rezession oft durch vier Dinge aus:

  • Schwaches oder gar negatives Produktionswachstum.
  • Gehäufte Unternehmensinsolvenzen und teilweise Bankenpleiten.
  • Hohe Arbeitslosigkeit.
  • Soziale Unruhen infolge wirtschaftlicher Not.

Auch wenn Rezessionen vorübergehender Natur sind, können die von ihnen verursachten wirtschaftlichen Verwerfungen erhebliche negative Auswirkungen auf eine Volkswirtschaft haben. Technisch gesehen spricht man von einer Rezession, wenn das BIP eines Landes in zwei oder mehr aufeinanderfolgende Quartal schrumpft.

Was sind die Ursachen für eine Rezession?

Ein Vertrauensverlust bei Unternehmen und Verbrauchern ist eines der wichtigsten Signale für eine Rezession

Eine der Ursachen für eine Rezession ist der Verlust des Vertrauens von Unternehmen und Verbrauchern. Sinkt das Vertrauen, sinkt auch die Nachfrage.

Infolgedessen verlangsamen sich die Einzelhandelsumsätze, Produzenten drosseln aufgrund sinkender Auftragszahlen die Fertigung und die Arbeitslosenquote steigt - es kommt zu einer negativen Spirale.

Zu den weiteren Hauptursachen zählen Börsencrashs, hohe Zinssätze, Lebensmittel- und Ölschocks, Konflikte (wie zum Beispiel der Israel-Krieg) und hohe Inflation. Oft kommt es auch zu einem Preisverfall bei Immobilien.

Wichtige Ursachen für Rezessionen in der Vergangenheit:

  • Späte 1960er Jahre: Inflation
  • 1973–1974: Öl- und Lebensmittelschocks
  • 1980: Ölpreise
  • 1990–1991: Inflation
  • 2001: Die Tech-Blase (Dotcom)
  • 2008: Die Immobilienblase
  • 2026: Der Iran-Krieg?

Was sind die Risiken im Jahr 2026?

Obwohl die Inflation endlich rückläufig war, hat der Konflikt im Iran zuletzt wieder sprichwörtlich Öl ins Feuer gegossen, da die Blockade der Straße von Hormus massive Auswirkungen auf die weltweite Ölversorgung hat.

Die Preise schossen von 62 $ pro Barrel im Januar auf bis zu 124 $ im April hoch. Dies löste wiederum einen Dominoeffekt aus, der zu steigenden Preisen in vielen Bereichen führte – schließlich ist der Energieträger Öl in so gut wie allen Produktionsprozesssen involviert.

Verbraucher halten sich verständlicherweise zurück, ebenso wie die Industrie. Die Haushaltsausgaben steigen, während die Löhne stagnieren.

Aktuelle Wachstumsprognosen 2025 vs. 2026 (fettgedruckt) nach Ländern:

  • USA: 2,1 % – 2,4 %
  • Spanien: 2,8 % – 2,3 %
  • Eurozone: 1,5 % – 1,0 %
  • Frankreich: 0,9 % – 1,0 %
  • Deutschland: 0,4 % – 0,8 %
  • Großbritannien: 1,4 % – 0,7 %
  • Italien: 0,7 % – 0,7 %
  • Japan: 1,2 % – 0,5 %

Aktuelle Inflationsprognosen 2025 vs. 2026 (fettgedruckt) nach Ländern:

  • Großbritannien: 3,4 % – 3,6 %
  • USA: 2,7 % – 3,3 %
  • Spanien: 2,7 % – 3,3 %
  • Deutschland: 2,2 % – 3,2 %
  • Italien: 1,7 % – 3,1 %
  • Eurozone: 2,1 % – 3,0 %
  • Japan: 3,1 % – 2,7 %
  • Frankreich: 1,0 % – 2,4 %

(Quelle: BNP Paribas)

Droht Deutschland eine Rezession?

Während es so aussieht, als stünde vielen Ländern eine unruhige Zeit bevor, warnt das Institut der Deutschen Wirtschaft (IW), dass das Deutschland hart getroffen werden könnte.

Zitat:

“In Deutschland lassen die bereits bestehenden Belastungen durch den Nahost-Krieg und die für das gesamte Jahr erwarteten Liefer- und Produktionsstörungen das preis- und arbeitstäglich bereinigte BIP im Jahresverlauf 2026 kaum von der Stelle kommen.“

Heißt im Klartext: Das IW erwartet 2026 für Deutschland keinen Wirtschaftswachstum, Nachfrage im Inland entstehe primär aufgrund der Staatsausgaben und der Verteidigung.

Insgesamt sieht das IW einen realen Wirtschaftswachstum von 0,4 Prozent, allerdings lasse sich auch dieses magere Wachstum überwiegend aus positiven Kalendereffekten ableiten. Insgesamt prognostiziert das IW einen leichten Anstieg der Arbeitslosigkeit und die Anzahl der Erwerbstätigen wird um etwa 190 000 Personen sinken.

Insgesamt stehen die Zeichen für die deutsche Wirtschaft 2026 eher schlecht. Hohe Energiepreise durch den Iran-Krieg vermindern den Konsum, außerdem dürfte es zu Liefer- und Produktionsengpässen kommen.

Sollten sich Anleger Sorgen machen?

Kurz gesagt: Nicht wirklich, denn der genaue Zeitpunkt einer Rezession ist sehr schwierig vorherzusagen.

Um sich dennoch abzusichern, sollten Anleger ihr Portfolio aber diversifizieren, also in verschiedene Werte investieren.

Historisch gesehen gewann physisches Gold gerade in Krisenzeiten oft an Wert.

Beispielsweise trieb die Große Rezession von 2008 den Goldpreis in die Höhe, auch wenn er unmittelbar nach der Pleite von Lehman Brothers kurzzeitig nachgab.

Wie die folgende Grafik zeigt, übertraf Gold den S&P 500 direkt nach Beginn der Krise deutlich:

Das Verhalten von Gold und dem S&P 500 Index zwischen April 1968 und April 2012.
Das Verhalten von Gold und dem S&P 500 Index zwischen April 1968 und April 2012.

Wird sich Gold genauso verhalten, wenn es zu einer weiteren wirtschaftlichen Durststrecke kommt? Niemand weiß das mit Sicherheit. Sie können jedoch mit unserem Live-Goldpreis-Tracker immer auf dem Laufenden bleiben.

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