Die Goldnachfrage der Investoren boomt derzeit: Hier ist der Grund

The Spotlight

10 Minuten Lesezeit

22. März 2022

Boom bei der Goldnachfrage der Investoren, dargestellt in einem goldenen Diagramm und physischen Goldbarren

Nach Russlands Einmarsch in der Ukraine stürzten sich die Anleger auf Gold, den ältesten sicheren Hafen der Welt, und trieben so den Goldpreis auf einen neuen Rekord. Warum ist das passiert? Hier erfahren Sie, was Sie wissen müssen.

Gold hat schon immer als sicherer Hafen fungiert in Zeiten von Kriegen und geopolitischen Krisen.

Deshalb stürzten sich Sparer und Anleger in die Sicherheit des Goldes, sofort nach Bekanntwerden der russischen Invasion in der Ukraine, und bestätigten damit einmal mehr seine uralte Rolle.

Das wachsende Interesse der Anleger hat den Goldpreis in die Nähe des Rekordwertes getrieben, den er während der Covid-Pandemie erreicht hatte.

In diesem Artikel erklären wir:

  • Warum die aktuelle geopolitische Krise die Anleger dazu bringt, Gold und Edelmetalle zu kaufen.
  • Welche anderen wichtigen Faktoren die Nachfrage der Anleger nach Gold im Moment antreiben.
Der Ansturm der Anleger auf den sicheren Hafen Gold, dargestellt in einem Bild mit Cartoon-Menschen, die die blau-weißen Pfeile hochlaufen

Händler sagen, dass Sparer und Investoren sich in Gold stürzen

Seit dem Ausbruch des Krieges in der Ukraine sind die Umsätze vieler Goldhändler in aller Welt in die Höhe geschnellt.

„Es ist der ultimative Notfallplan, das Metall in Reichweite zu haben. Jedermann und jedefrau schaut sich jetzt Edelmetalle an", sagte Stephen Flood, der CEO von Goldcore, einem Broker für physische Goldbarren.

Andere Goldhändler, darunter auch GOLD AVENUE, verzeichneten eine Verdoppelung ihrer Verkäufe.

„Seit die Krise in der Ukraine begonnen hat, haben wir einen Auftragsboom erlebt. Der 50-Gramm-Feingoldbarren von PAMP Suisse und der MwSt.-freie 100-Unzen-Silberbarren waren die gefragtesten Produkte", sagte Alessandro Soldati, CEO von GOLD AVENUE.

Diese wachsende Nachfrage der Anleger kommt nach einem bereits starken Jahr für den Kauf von physischem Gold. Nach Angaben des World Gold Council erreichte die Nachfrage nach Barren und Münzen im Jahr 2021 mit 1.124 Tonnen den höchsten Stand seit fast einem Jahrzehnt.

Eine Tabelle des World Gold Council zeigt die Nachfrage nach physischem Anlagegold zwischen 2010 und 2021
Nachfrage der Anleger nach physischem Anlagegold zwischen 2010 und 2021.

"Die Situation in der Ukraine zeigt sehr gut, dass physisches Gold ein Muss in Ihrem Anlageportfolio ist, da es einen ultimativen Schutz vor allen Arten von Risiken und Volatilität bietet. Geopolitische Krisen haben schon immer das Potenzial gehabt, Investitionen aus risikoreichen Anlagen wie Aktien und Kryptowährungen in sichere Häfen wie Edelmetalle zu treiben", fügte Alessandro hinzu.

Welches sind also die stärksten Faktoren, die Anleger dazu bewegen, heute Gold zu kaufen? Schauen wir uns jeden dieser Faktoren im Detail an.

Welche Faktoren bestimmen derzeit die Goldnachfrage der Anleger?

Geopolitische Spannungen, der Wunsch, Gold als Absicherung gegen die Inflation zu halten, und bis zu einem gewissen Grad auch die Maßnahmen der US-Notenbank treiben die Nachfrage der Anleger nach dem Edelmetall an.

Treiber Nr. 1: Der Krieg in der Ukraine

Der Einmarsch Russlands in die Ukraine hat die Märkte auf der ganzen Welt erschüttert: Die Preise von Risikoanlagen wie Aktien und Kryptowährungen sind gefallen, während traditionelle sichere Anlagen wie Gold und Edelmetalle gestiegen sind.

Russland-Ukraine-Konflikt: Was ist genau passiert?

Alles begann damit, dass der russische Staat über 150.000 Truppen in Schlagdistanz zur Ukraine stationierte.

Trotz intensiver diplomatischer Bemühungen kündigte der russische Präsident Wladimir Putin in den frühen Morgenstunden des 24.Februar eine „militärische Sonderoperation" gegen die Ukraine an, womit sich ein langes diplomatisches Patt zu einem ausgewachsenen Krieg ausweitete.

Die Kämpfe finden nun fast auf dem gesamten Gebiet der Ukraine statt, auch in der Hauptstadt Kiew. Nach jüngsten Schätzungen der Vereinten Nationen sind seit Beginn des Konflikts mehr als 2,5 Millionen Ukrainer aus dem Land geflohen.

Wie Sie wahrscheinlich bereits wissen, können Anleger, die ihr Kapital in oder aus Gold umschichten, den Goldpreis bewegen und den Markt in Schwung bringen.

Genau das geschah, als der Krieg in der Ukraine ausbrach: Die Anleger stürzten sich in Gold und trieben den Preis nahe an sein Allzeithoch, da sie angesichts des Krieges in der Ukraine nach sicheren Anlagen suchten.

„Die Anleger stürzen sich auf Gold, weil es in Zeiten geopolitischer Unsicherheit und steigender Inflation als sicherer Wertträger gilt", sagt Richard Flax, Chief Investment Officer beim digitalen Vermögensverwalter Moneyfarm.

Anders ausgedrückt: Die Anleger sind besorgt über die geopolitische Instabilität, denn sie kann der Weltwirtschaft einen schweren Schlag versetzen und für Volatilität auf dem Aktienmarkt sorgen. Deshalb ziehen es viele Anleger vor, ihr Geld aus risikoreicheren Anlagen wie Aktien und digitalen Währungen abzuziehen und stattdessen in Gold und Edelmetalle umzuschichten.

Warum? Ganz einfach, weil der Goldpreis in Zeiten zunehmender geopolitischer Spannungen in der Regel ansteigt.

Und auch, weil viele darin eine gute Gelegenheit sehen, Gold zu kaufen und dann Kasse zu machen, wenn der Preis weiter steigt (zu Ihrer Information: Goldman Sachs geht davon aus, dass der Goldpreis bis zum Ende dieses Jahres auf 2.500 $ steigen wird).

Treiber Nr. 2: Anhaltend hohe Inflation

Die Inflation ist nun schon seit mehr als einem Jahr in den Nachrichten präsent und war definitiv einer der Hauptfaktoren für das Interesse der Anleger an Gold und Edelmetallen, die als traditionelle Absicherung gegen steigende Verbraucherpreise gelten.

Die hohe Inflation in den USA und in der Eurozone wird mit dem Bild eines Cartoon-Mannes dargestellt, der auf einem roten Himmelskörper sitzt

Wie hoch ist die Inflation in der EU und in den USA?

Die Inflation in der Eurozone erreichte im Dezember einen Rekordwert von 5 % und damit den höchsten Stand seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1997.

In den USA stieg die Inflation auf 7,9 % und damit auf ein Niveau, das seit Januar 1982 nicht mehr erreicht wurde.

Erschwerend kommt hinzu, dass Analysten davor warnen, dass ein langwieriger Konflikt in der Ukraine den Inflationsdruck bei den Energiepreisen (insbesondere Erdöl und Erdgas) und Lebensmitteln (vor allem Weizen) noch verstärken wird.

Im Moment sieht es also so aus, als ob die Inflation weiterhin zu den wichtigsten Faktoren gehören wird, die Anleger dazu veranlassen, Gold in ihre Portfolios aufzunehmen.

Treiber Nr. 3: Zinserhöhungen durch die Fed

Um die galoppierende Inflation einzudämmen, hat die US-Notenbank zum ersten Mal seit 2018 damit begonnen, die Zinssätze zu erhöhen.

Die Entscheidung der Fed, die Zinssätze zu erhöhen, um die Inflation zu stoppen, wird in einem Bild mit einem Cartoon-Mann dargestellt, der ein rotes Prozentzeichen festnagelt

Was sind Zinssätze?

Kurz gesagt, sind Zinssätze die Sätze, zu denen sich Banken oder Kreditinstitute über Nacht gegenseitig Geld leihen. Diese Zinssätze werden von der Fed festgesetzt.

Für die Verbraucher könnten Zinserhöhungen drei Dinge bedeuten: höhere Hypothekenzinsen, höhere Kreditkartenzinsen und höhere Zinsen für Sparkonten.

Die Marktanalysten sind sich uneins darüber, wie sich dies auf den Goldpreis und die Nachfrage der Anleger nach dem Edelmetall auswirken könnte.

Einige argumentieren, dass Zinserhöhungen die Anziehungskraft von Gold als sicherer Hafen schwächen werden: „Die realen Zinssätze in den Vereinigten Staaten dürften bis Ende 2022 in den positiven Bereich kommen und somit könnte der günstige Zeitpunkt für Gold vorbei sein", sagte Florent Pele, Analyst bei der Societe Generale.

Andere, darunter Nicky Shiels, Vorsitzende der Metals Strategy bei der MKS PAMP GROUP, sind der Meinung, dass Gold die Zinserhöhungen der Fed dank der „hartnäckigeren" (sprich: anhaltenden) Inflation „tolerieren" kann.

Die Feuerkraft zur Bekämpfung dieser [Inflation] sind 'symbolische' schrittweise 25 Erhöhungen, die Gold leicht tolerieren kann. Anders ausgedrückt, die Preise lagen im Durchschnitt bei 1.804 $ unter dem „transitorischen”, Regime und liegen derzeit im Durchschnitt bei 1.856 $ unter einer hartnäckigeren Inflation", schrieb sie in einer Notiz.

Das bedeutet im Grunde, dass der Goldpreis trotz der Zinserhöhungen der Fed steigen kann, was die Attraktivität des Metalls als sicherer Hafen erhöht und es für Anleger noch attraktiver macht.

Was ist das Fazit?

Der Krieg in der Ukraine hat auf dem Weltmarkt ein Chaos ausgelöst, das die Rohstoffpreise in die Höhe trieb und die Anleger dazu veranlasste, den Schutz von Vermögenswerten wie Gold und Edelmetallen zu suchen. Dies führte zu einem Boom bei den Edelmetallhändlern, von denen viele ihre üblichen Umsätze verdoppelten oder sogar verdreifachten.

Dies sind die stärksten Triebkräfte, die Anleger heute zum Kauf von Gold veranlassen:

  • Geopolitische Spannungen: In Kriegszeiten veranlasst der Faktor Angst die Anleger häufig dazu, ihr Kapital aus riskanteren Anlagen wie Aktien und Kryptowährungen abzuziehen und Gold als langfristige sichere Anlage zu kaufen.
  • Hohe Inflation: Die Inflation bleibt das große Thema für uns alle. Und der bewaffnete Konflikt in der Ukraine wird die inflationäre Situation mit ziemlicher Sicherheit noch verschärfen, indem er höhere Energie- und Lebensmittelpreise auslöst.
  • Die Zinsmaßnahmen der Fed: Die Marktanalysten sind sich in dieser Frage uneins. Während die einen der Meinung sind, dass Zinserhöhungen die Attraktivität von Gold als sicherer Hafen schmälern werden, sind andere der Meinung, dass der Goldpreis höhere Zinssätze leicht „tolerieren" könnte, einfach weil die Inflation sehr hoch ist.

Da all diese Ereignisse das Potenzial haben, die globale Wirtschaft und die Märkte zu erschüttern, werden wir den Finger am Puls der Zeit halten, um zu sehen, wie sie sich auf Ihre Investitionen und Ihre Edelmetallersparnisse auswirken können.

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