Platin oder Palladium, was ist das bessere Investment?

Platin und Palladium, zwei zunehmend populäre Edelmetalle. In unserem Guide zeigen wir, worauf man bei der Investition achten sollte.
Während viele Anleger dazu neigen, Gold und Silber als erste Anlageoption zu wählen, übersehen sie oft die weniger populären Metalle Platin und Palladium. Genau wie Silber beziehen diese beiden Metalle einen Großteil ihres Wertes aus der industriellen Nutzung und könnten daher eine interessante Ergänzung für ein gut diversifiziertes Portfolio darstellen.
In diesem Guide zeigen wir Ihnen die Gemeinsamkeiten und Unterschiede dieser beiden Metalle aus der Gruppe der PGM-Metalle - und zeigen Ihnen, welches Metall das bessere Investment ist.
Spoiler: Es kommt natürlich auf Ihre Risikobereitschaft und Anlageprofil an 📈
Platin und Palladium im Vergleich

Platin und Palladium gehören beide zur der Gruppe der Platinmetalle, auch PGM-Metalle genannt. Zu dieser Metallgruppe gehören neben Platin und Palladium Ruthenium, Rhodium, Osmium und Iridium. Diese Metalle haben ähnliche physische und chemische Eigenschaften.
Und auch im Aussehen ähneln sich Platin und Palladium, sodass sie für ein ungeübtes Auge kaum auseinanderzuhalten sind. Beide Metalle sind silberweißlich und glänzend, allerdings ist Platin im Vergleich zu Palladium noch eine Stufe weißer.
In Sachen Dichte unterscheiden sich Platin und Palladium jedoch deutlich: Während Platin auf eine Dichte von 21.45 g/cm³ kommt, ist die Dichte von Palladium mit 12.02 g/cm³ um fast 44 Prozent geringer.
Auf aktuelle Marktpreise hochgerechntet, kommt man bei Platin auf eine Wertdichte von ≈ 962 € per cm³und Palladium auf eine Wertdichte von ≈ 493 € per cm³(Stand: November 2025).
Platin und Palladium gehören beide zur Gruppe der Platinmetalle und ähneln sich äußerlich. Im Vergleich zu Palladium ist die Wertdichte von Platin jedoch - Stand: November 2025 - fast zweimal höher.
Seltenheit
Sowohl Platin als auch Palladium sind sehr seltene Metalle - und viel seltener als Gold. Laut U.S. Geological Surveywurden 2024 ca. 170 metrische Tonnen Platin und 190 metrische Tonnen Palldium abgebaut. Demgegenüber stehen 3000 bis 3200 metrische Tonnen Gold, die 2024 abgebaut wurden.
Insgesamt geht die amerikanische Behörde davon aus, dass Platinmetalle eine Seltenheit von 0,0005 Teile pro Million (ppm) hat, während Gold bei ungefähr 0,004 Teile pro Million (ppm) liegt.
Platinmetalle sind damit achtmal seltener als Gold.
Verwendung
Sowohl Platin als auch Palladium werden breit in der Industrie angewendet, was die beiden Metalle eng mit der Weltwirtschaft verbindet. Das ist ein bedeutender Unterschied zu Gold, das primär als Anlageprodukt oder als Schmuck gehandelt wird.
Zu den diversen Anwendungsbereichen zählen unter anderem:
- Automobilindustrie: Platin und Palladium vermindern den Ausstoß von Schadstoffen bei Verbrennungsmotoren, indem Sie in Katalysatoren verbaut werden.
- Chemieindustrie: Vor allem Platin wird bei der Silikonherstellung und in der Petrochemie benötigt.
- Medizinalindustrie: Kommt in einer Vielzahl medizinischer Anwendungen zum Einsatz
Platin und Palladium sind gefragte Rohstoffe. Sie kommen in einer Vielzahl von Anwendungsbereichen und Industrien zum Einsatz.
Platin oder Palladium: Die Investmentprofile im Vergleich
Kommen wir nun zu der Frage, welches der beiden Edelmetalle sich besser als Wertanlage eignet. Denn auch wenn sich die zwei Metalle sowohl äußerlich als auch in der Anwendung ähneln, sind die Preisbewegungen doch sehr unterschiedlich.
Rendite

Ein erster Blick auf die historischen Preisbewegungen zeigt, dass sich die Europreise der beiden Metalle stark voneinander unterscheiden. Während der Platin - auf der Grafik in blau dargestellt - seit 2010 relativ stabil lag, explodierte der Preis für Palladium rund um das Jahr 2020 förmlich.
Diese Entwicklung zeigt sich auch in den Nominalrenditen:
Platin:
- 20 Jahre: 67,2 %
- 15 Jahre: 9,6 %
- 10 Jahre: 66,6 %
- 5 Jahre: 84,2 %
Palladium:
- 20 Jahre: 508,8 %
- 15 Jahre: 143,1 %
- 10 Jahre: 135,3 %
- 5 Jahre: -37,5 %
Preisschwankungen (Volatilität)
Die obige Grafik zeigt auch, dass Palladium - mit wenigen - Ausnahmen deutlich stärkere Preisschwankungen aufwies. So ist der Palladium-Preis seit 2020 sowohl schnell als auch stark gefallen.
Der Platinpreis verhielt sich im Vergleich deutlich stabiler. Seit 2015 verlief die Kurve zunehmend seitwärts und nahm erst Anfang 2025 wieder an Fahrt auf.
Annualisierte Volatilität:
- Platin: 24,9 %
- Palladium: 34,2 %
Die annualisierte Volatilität ist eine Kennzahl, welche über die erwartbaren Preisschwankungen Auskunft gibt. Palladium liegt 9,3 Prozentpunkte über Platin und war damit im historischen Vergleich deutlich volatiler.
Korrelation der Preisbewegungen
Eine Binsensweisheit aus der Finanzweisheit besagt: “Ein allgemeiner Aufschwung trägt alle mit.“ Die Annahme hinter diesem Sprichwort ist, dass die Werte verschiedenster Anlageklassen bei Wirtschaftsaufschwüngen steigen - und umgekehrt - fallen, wenn es der Wirtschaft schlecht geht. Doch ist das zwangsläufig so?
Hier ist eine Korrelationsanalyse aufschlussreich, welche den Zusammenhang zwischen Preisbewegungen deutlich macht:
- 0,8 bis 1,0: Sehr starke Beziehung, Preise bewegen sich in gleiche Richtung
- 0,5 bis 0,8: Starke positive Korrelation
- 0,2 bis 0,5: Moderate Beziehung
- 0,0 bis 0,2: Schwache oder keine Verbindung
- Negativ: Preise bewegen sich entgegengesetzte Richtung
Mit einem Wert von ca. 0,50 liegen Platin und Palladium im guten Mittelfeld.
Zwischen den Preisbewegungen von Platin und Palladium steht ein moderater bis starker Zusammenhang. Das bedeutet, dass sich die Preise der beiden Edelmetalle tendenziell in die gleiche Richtung bewegen - sowohl nach oben als auch nach unten.
Fazit: Was ist die bessere Anlage, Platin oder Palladium?
Wie der direkte Vergleich zeigt, unterscheiden sich Platin und Palladium trotz ähnlichem Aussehen und vergleichbarer industrieller Nutzung deutlich in ihrem Charakter als Wertanlage.
Während Platin über die Jahre eher moderate, aber verlässliche Renditen erzielte, glänzte Palladium zeitweise mit außergewöhnlichen Kursanstiegen – gefolgt von markanten Rücksetzern und einer spürbar höheren Volatilität.
Insgesamt wirkt Platin daher als das stabilere Investment, während Palladium zwar höhere Chancen bietet, dafür aber klar größere Risiken mit sich bringt.
Palladium eignet sich entsprechend vor allem für renditeorientierte und risikobereite Anleger, die ausgeprägte Marktbewegungen aktiv nutzen möchten. Platin und Palladium können je nach Risikoprofil unterschiedliche Funktionen im Portfolio übernehmen und sich gezielt ergänzen.
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